| Im öffentlichen Boot |
Es ist 6 Uhr morgens als ich mit einer Taschenlampe durch die Finsternis tappe, um mein kleines Bergdorf vorübergehend zu verlassen. Ein Besucher hat mir von den herrlichen Stränden Keralas berichtet. Seitdem quälen mich Tagträume, in denen ich in den Dünen sitze und dem Meer lausche. Also nichts wie hin.
| Palmenkulisse in den Backwaters |
2.5 Stunden und rund 110 Kurven später erreiche ich die nächstgrößere Stadt Kottayam, wo es schon deutlich wärmer ist als auf dem Berg. Um den Touristenfallen zu entgehen, nehme ich das öffentliche Boot – ein alter Holzkarren – um durch die Backwaters zu kurven. 2.5 Stunden romantische Fahrt um ganze 15 Cent. Das nenne ich ein gutes Preis-Leistungsverhältnis.
Das schlichte Guesthouse ist nur wenige Schritte vom Meer entfernt. Den Anblick des langen weißen Sandstrandes beeindruckt mich derart, als hätte ich nie zuvor einen Strand gesehen. Bei rund 35 Grad und wärmsten Wassertemperaturen sind allerdings kaum Menschen im Meer auszumachen.
| Chilis trocknen in der Sonne |
Die Häuser am Strand erwecken den Eindruck einer indischen Kleingartensiedlung. Die Grundstücke liegen dicht neben einander und sind lediglich durch selbstgebastelte Zäune und Palmenblätter voneinander getrennt. Hier kennt jeder jeden. In den Höfen werden Fisch und Gewürze getrocknet. Gekocht und gewaschen wird ebenfalls im Freien.
| Fischer mit ihrer Beute |
Am nächsten Tag weckt mich der Muezzin. Es ist fünf Uhr dreißig und bald Zeit, die fünfstündige Heimreise zu Wasser und Land anzutreten. Keine Frage, der Strand in Kerala hat mich bald wieder. Diesmal mit Badebekleidung.
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